Acht Jahre Haft für Obdachlosen anzünden!

Acht Jahre Haft für Obdachlosen anzünden!

193 M. Müller
Added by 5. März 2019

Kein Mord-Urteil!

Die Tat am 22. Juli 2018 entsetzte Berlin. Am Dienstag wurde Aleksandr T. wegen Totschlags vor dem Berliner Landgericht verurteilt.

Flammendes Inferno am S-Bahnhof Schöneweide: Ein Obdachloser brennt lichterloh! Mit Benzin übergossen und angezündet. Das einzige, was er ruft, ist: „Wo ist mein Hund?“ Bis zuletzt gelten all seine Gedanken seinem treuen Begleiter auf der Straße. Der Hund überlebt. Der Obdachlose nicht: Andreas V. (47) stirbt 110 Tage später im UKB an den verheerenden Feuerwunden.

Den ganzen Tag habe er damals Streit gesucht am Bahnhof Schöneweide, so der Richter. Sich mit den dort campierenden Obdachlosen angelegt, weil sie keinen Alkohol abgaben. „Ich komme wieder!“, soll er gedroht haben. Gegen 22 Uhr kaufte er auf einer Tankstelle in der Nähe anderthalb Liter Benzin in einem Kanister. „Möglicherweise, um sich durch Schnüffeln daran zu berauschen“, so der Richter. Gegen 23 Uhr kippte er das Benzin über das Obdachlosen-Lager. Das meiste davon bekam Andreas V. ab.

„Die Flammen schlugen sofort meterhoch“, so der Richter. „Der Mann stand in Flammen wie ein brennender Weihnachtsbaum, beschrieb es im Prozess ein Zeuge.“ Der Angeklagte habe gelogen, wenn er behauptet, er sei gestolpert mit dem Benzin und seine brennende Zigarette habe den Mann in Brand gesteckt. „Sie nahmen den Tod der Obdachlosen in Kauf“, so der Richter, „sie schütteten das Benzin gezielt.“

Warum war es kein Mord?

Die Haut von Andreas V. war zu 30 Prozent schwer verbrannt. „Trotz bestmöglicher Behandlung im UKB war er nicht zu retten“, so der Richter. Trotzdem wurde der Täter am Dienstag nicht als Mörder verurteilt: Das Gericht verneinte die Mordmerkmale Heimtücke, Grausamkeit und niedrige Beweggründe.

Die Begründung dafür hört sich für Nicht-Juristen bizarr an: „Möglicherweise sah das Opfer ihn auf sich zukommen – deshalb keine Heimtücke. Ob und wie lange er Schmerzen litt, bevor er bewusstlos wurde, war nicht feststellbar – deshalb keine Grausamkeit. Die Lebensumstände des Täters unterschieden sich nicht wesentlich von denen des Opfers, also war es kein Angriff auf Schwächere – deshalb keine niedrigen Beweggründe.“

Zugunsten von Aleksandr T. nehmen die Richter an: „Er war sicher sturzbetrunken.“ Deshalb sei eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit bei der Tat nicht ausgeschlossen (§21). Die Einweisung in eine Entziehungsanstalt sei allerdings sinnlos: „Er ist ein uneinsichtiger Alkoholiker, bei ihm ist Hopfen und Malz verloren“, so der Richter.

 

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